Von Dilexit nos zu dilexi te
Papst Leo XIV. sah es als seinen Auftrag, das angefangene Schreiben Dilexit nos seines Vorgängers Papst Franziskus zu übernehmen, weiterzuschreiben und zu veröffentlichen. So wurde sein erstes offizielles Lehrschreiben eine grundsätzliche Positionsbestimmung seines Pontifikates: Die Verantwortung der Kirche für die Armen. Mit Armen sind alle Menschen, die am Rande stehen gemeint – die Geringsten der Gesellschaft.
Die Studienbegleitung (StuBe) hat dieses Dokument zum Schwerpunktthema im Frühlingssemester 26 gemacht. Zu Beginn, in der Mitte und am Schluss des Semesters treffen sich die Studierenden zusammen mit dem Ausbildungsteam zu einem Lesekreis. Ein päpstliches Schreiben als Ganzes kennenzulernen und nicht bloss ausgewählte Zitate vorgestellt zu bekommen, ist ein Ziel der Veranstaltung. Beim gemeinsamen Lesen fällt als erstes die Sprache auf. Es gilt, sie kennenzulernen und sie in ihrer gesamten Tragweite zu verstehen. Oft werden gehaltvolle Formulierungen überlesen, weil sie in einem bekannten biblischen Bild verpackt sind. Theolog:innen und Religionspädagog:innen sind da besonders „gefährdet“. Vertraute Perikopen rinnen ohne Widerhaken wie Öl an unserem Intellekt herunter. Erst das Verweilen bei Sätzen, nachfragen, wie die Leser:innen den Inhalt deuten, weitet den Horizont des Verstehens. Dann werden Worte, die einfach und schlicht da stehen, plötzlich zur persönlichen Herausforderung. So freuen wir uns auf den nächsten Abend mit Dilexi te.
Text: Jeannette Emmenegger, Mentorin
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