Ostergruss
Seine Stimme geht unter die Haut
In der gegebenen Wirklichkeit den Blick ausrichten, sich ein Herz fassen, aufbrechen und gehen. Vertrauen, dass Begegnung geschenkt wird. Das ist ein Faden, den ich in der Geistlichen Begleitung oft suchen helfe. Ich entdecke ihn auch im Feiern der geprägten Zeiten.
Die österliche Busszeit ist eine Brachzeit, die uns auf die Leere des Grabes, den Karsamstag, vorbereitet. Menschen, die sich auf Jesus eingelassen haben, aufgebrochen sind und jetzt enttäuscht und desillusioniert aushalten müssen, wohin ihr Weg mit Jesus geführt hat.
Es ist eine Wirklichkeit, in die hinein auch wir gelegentlich geführt werden. Es ist Not-wendend, die Leere wahrzunehmen und auszuhalten. Die Kräfte der Seele und des Geistes auszurichten auf die Sehnsucht. Sie spüren und erkennen in den leisen Tönen und Zeichen des Alltags. Ihr nachspüren in den Fragen und Empfindungen der Erfahrungen.
Manchmal geschieht unerwartet – wie in den Begegnungen der Frauen und Männer nach dem Schrecken der Leere – Begegnung mit dem Auferstandenen.
Sprechen wir davon und teilen wir unsere Ostererfahrungen. Frohe Ostern!
Ausbildungsteam St. Beat
Kathrin Kaufmann-Lang, Rafal Lupa, Jeannette Emmenegger, Joseph Kalamba, Sr. Beatrice Kohler, Annemarie Kathriner
auferstehung
manchmal triffst du einen auge in auge
der dich nicht liegen lässt
wenn er ruft
steh auf
kannst du nicht anders
du stehst auf
auch wenn du liegen bleiben willst
müde und tot
seine stimme geht dir unter die haut
lässt dich tanzen
hebt dich in die luft
auch wenn du fliehen willst
voll angst und furcht
seine nähe gibt dir vertrauen
lauf
wenn du ihn triffst
du läufst ihm mitten in die arme
Wilhelm Bruners
In „Niemandsland Gott“, Tyrolia Verlag 2015
Eingangstext und Bild: Sr. Beatrice Kohler, Spiritualin
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